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Pressemitteilung

CEVA Logistics, ENGIE und SANEF geben den Startschuss für die erste Testphase eines kohlenstoffarmen Güterfernverkehrs auf europäischen Straßen

 

  • Der von der ECTN-Allianz initiierte Proof of Concept (POC) erstreckt sich über 900 Kilometer zwischen Avignon und Lille. Er umfasst vier Autobahnabschnitte zwischen fünf Relaisstationen.
  • In der zweijährigen Testphase soll der dekarbonisierte Güterfernverkehr unter realen Bedingungen auf französischen Autobahnen erprobt werden.
  • Dieser groß angelegte Test berücksichtigt im Rahmen eines Ko-Konstruktionsprozesses alle Beteiligten des Straßenverkehrs (Transportunternehmen, Lkw-Fahrer, Kunden, Energieversorger, Autobahnbetreiber, Lkw-Hersteller und Behörden).
  • Parallel dazu führen die Mitglieder der ECTN-Allianz eine Machbarkeitsstudie durch, um eine mögliche Einführung des Konzepts auf europäischer Ebene zu bewerten.
     

Pressemitteilung – 07. Dezember 2023 – Paris, Frankreich

CEVA Logistics, ENGIE und SANEF, die Mitglieder der ECTN Alliance (European Clean Transport Network Alliance), gaben am Montag, den 20. November, den Startschuss für die Erprobung des Anfang des Jahres angekündigten Konzepts für einen kohlenstoffarmen Güterfernverkehr auf den Straßen.

Der Test, der auf einer Strecke von über 900 Kilometer zwischen Avignon und Lille durchgeführt wird, soll zeigen, dass das ECTN-Konzept, das auf einem Netz von Terminals für die kohlenstoffarme Betankung von Lkw basiert, schon heute den Weg für die Dekarbonisierung des Straßengüterfernverkehrs ebnet. All dies, ohne dass besondere technologische Innovationen erforderlich sind.

Das Konzept baut auf einer alternativen Lösung zum Dieselkraftstoff auf. Es ermöglicht Transportunternehmen, den Forderungen der Verladekunden nach einer Dekarbonisierung der Güterströme und gleichzeitig den Erfordernissen der Energiewende gerecht zu werden.

16 Sattelschlepper als "Postrelais"

Das von der Allianz vorgeschlagene Konzept orientiert sich an den früheren Poststationen. Ziel ist es, auf den Autobahnen Relais-Terminals einzurichten, die mit elektrischen Ladegeräten sowie Bio-CNG Pumpen für die Betankung von Lkw ausgestattet sind. An diesen Terminals werden die Anhänger abgehängt und an die Zugmaschine des nächsten Abschnitts wieder angehängt.

Die Teststrecke zwischen Avignon und Lille wird in vier Abschnitte unterteilt: Avignon (Vaucluse) - Lyon (Rhône) - Dijon (Côte-d'Or) - Sommesous (Marne) - Lille (Nord). Jeder Lkw fährt zweimal am Tag zwischen zwei dieser Relaisstationen hin und her.

Dieses Prinzip der täglichen Hin- und Rückfahrt auf einem festgelegten Straßenabschnitt trägt zudem zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Fernfahrer und zur Attraktivität des Berufs bei, da die Entfernung zum Wohnort verringert wird.

POC France ECTN

Jedes Mitglied des Bündnisses bringt sein Fachwissen in die Umsetzung des Konzepts ein.

  • CEVA Logistics betreibt in den Niederlassungen in Avignon, Lyon, Dijon und Lille Relaisstationen und richtet einen Kontrollturm mit Sitz in Valenciennes ein, der die Verkehrsströme überwacht und die Fahrtzeiten sowie den Energieverbrauch verfolgt.
  • ENGIE installiert und betreibt die Elektroladestationen und die Biogaspumpen.
  • SANEF betreibt für diesen Test eine Relaisstation auf der Raststätte Sommesous. Dieser Standort ist beispielhaft für das, wie Terminals auf Autobahnen oder in unmittelbarer Nähe dieser Achse

Die Testphase startet mit vier Bio-CNG-Lkw, die vom Transportunternehmen F.D.E. Transports betrieben werden. Der Fuhrpark wird schrittweise auf 16 Lkw, davon 12 mit Elektroantrieb, ausgeweitet, wobei weitere Transportpartner und Verlader hinzukommen. Letztendlich sollen, an fünf Tagen in der Woche acht Sattelschlepper aus dem Einzugsgebiet Avignon-Marseille nach Norden und acht weitere in die andere Richtung fahren.

Große Namen aus Handel und Industrie wie Intermarché Food Logistics und HEINEKEN zeigen ihr Interesse am ECTN-Konzept und nehmen als Verlader an dem Versuch teil, indem sie einige ihrer Süd-/Nord-Logistikströme für den Test zur Verfügung stellen.

Ein offener Ko-Konstruktions-Ansatz

Als offenes Konzept konstruiert lädt die ECTN verschiedene Interessengruppen wie Transportunternehmen, Lkw-Fahrer, Verladekunden, Energieversorger, Autobahnkonzessionäre, Lkw-Hersteller und Behörden, dazu ein, sich ab Beginn an der Entwicklung zu beteiligen.

Im Rahmen des Tests werden auch die benötigten Prozesse und Software-Tools entwickelt und verbessert. So erhalten Kunden Zertifikate für den Transport mit kohlenstoffarmem Wasserstoff mit einer bislang beispielslosen Genauigkeit und können zudem das gesamte System – 16 kohlenstoffarme Lkw, sechs elektrische Ladestationen und mehrere Bio-CNG-Tankstellen – in Echtzeit überwachen.

Parallel zur Testphase wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die von einem Team aus Experten für Logistik (CEVA), Autobahninfrastrukturen (SANEF) und schwere kohlenstoffarme Mobilität (ENGIE) sowie von Experten von ENGIE Impact und Carbone 4 durchgeführt wird, um das gesamte Konzept so zu modellieren, dass es in Europa eingesetzt werden könnte. Die Ergebnisse, die in den nächsten Monaten erwartet werden, sollen den Beitrag eines solchen Netzwerks zur Dekarbonisierung des Straßengüterfernverkehrs auf europäischer Ebene einschätzen und die Bedingungen für seine Umsetzung beleuchten. 

„Das ECTN-Projekt ist über zwei Jahre gereift. Indem wir die Kapazitäten und das Fachwissen von drei großen französischen Konzernen mit der Unterstützung unserer Partner und Kunden gebündelt haben, konnten wir die Voraussetzungen schaffen, um eine konkrete Antwort auf die entscheidende Herausforderung der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs in Europa zu geben. Die Erfolgsgeschichte der Elektroautos, können wir mit der Unterstützung der europäischen Behörden auch auf Lkw übertragen. Dieses Experiment ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer weitreichenden Transformation unserer Branche, die erhebliche ökologische Vorteile mit sich bringen wird“, so Luc Nadal, Geschäftsführer von CEVA Logistics Europe.
 

Relay Refueling Station


Über CEVA Logistics
CEVA Logistics, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Drittanbieterlogistik, bietet globale Supply-Chain-Lösungen an, um Menschen, Produkte und Unternehmen auf der ganzen Welt miteinander zu verbinden. Dank rund 110.000 Mitarbeitenden an mehr als 1.300 Standorten in 170 Ländern weltweit bietet CEVA Logistics eine breite Palette an maßgeschneiderten End-to-End-Lösungen in den Bereichen Kontraktlogistik und Frachtmanagement. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in Marseille, Frankreich, hatte einem Pro-forma-Jahresumsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022 und ist Teil der CMA CGM-Gruppe, einem weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Schifffahrt und Logistik. Weitere Informationen finden Sie auf www.cevalogistics.com

Über ENGIE
Der französische Konzern ENGIE SA ist eine weltweite Referenz im Bereich kohlenstoffarmer Energie und Dienstleistungen und setzt sich dafür ein, den Übergang zu einer CO2-neutralen Welt zu beschleunigen, indem ENGIE den Energieverbrauch reduziert und umweltfreundlichere Lösungen anbietet. Das börsennotierte Unternehmen erzielte im Jahr 2022 mit 96.000 Mitarbeitenden rund 93,9 Mrd. Euro Umsatz.

Über Sanef
Als Tochterunternehmen der Abertis-Gruppe, dem weltweit führenden Autobahnbetreiber, betreibt die Sanef-Gruppe 1.807 Kilometer an Autobahnen, hauptsächlich in der Region Ile-de-France, der Normandie, im Norden und im Osten Frankreichs. Die 2.300 Mitarbeiter der Gruppe setzen sich jeden Tag rund um die Uhr für die Sicherheit und den Komfort ihrer Kunden ein. Als Partner des Staates und der von ihren Netzen durchquerten Regionen engagiert sich die Gruppe für die Förderung neuer Mobilitätsformen, die Verbesserung der Verkehrssicherheit und den Kampf gegen die Klimaerwärmung.
Wichtigste Tochtergesellschaften: Sapn und Bip&Go.
www.groupe.sanef.com

 

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